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Montgomery für Leistungsgewährung nach Dringlichkeit

Berlin, 29.01.2010

Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, wehrt sich im Streit um die Kassen-Zusatzbeiträge gegen Schuldzuweisungen aus der Politik. "Wir haben davor gewarnt, dass es zu diesen Zusatzbeiträgen kommen wird, wenn die Politik weiter ungebremst das Leistungsversprechen an die Menschen gibt", sagte Montgomery der "Leipziger Volkszeitung" (29.01.2010). Ein Gesundheitssystem, das allen immer alles verspricht, werde zwangsläufig immer teurer. "Und weil alles versprochen wird, aber nicht gehalten werden kann, erfolgt die Rationierung im Stillen - durch Wartelisten für Behandlungen oder deren Verweigerung." Besser und ehrlicher sei es, diese schleichende Rationierung transparent zu machen. "Wenn wir nicht mehr genug Mittel haben, allen alles zu geben, dann müssen wir das öffentlich diskutieren."

Mit Blick auf die begrenzten finanziellen Mittel schlug Montgomery eine Priorisierung von ärztlichen Leistungen vor. "Wir müssen mit allen Beteiligten eine Reihenfolge der Leistungsgewährung festlegen, damit die vorhandenen Mittel für diejenigen bereit stehen, die sie am nötigsten brauchen. Wir wollen, dass jeder Patient das bekommt, was er wirklich benötigt. Rationierung lehnen wir Ärzte strikt ab", so Montgomery.

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